Friedensnobelpreisträger

1901

  • Henry Dunant
    setzte sich dafür ein, dass Verwundete in Kriegsschlachten besser versorgt wurden. Als Gründer des Roten Kreuzes und des CVJM bekam er sogar den Nobelpreis. Sein eigenes Schicksal jedoch meinte es nicht immer gut mit ihm.Von Kerstin Eva Dreher
    • In Genf, dem späteren Sitz des Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK), wird
      Jean-Henry Dunant am 8. Mai 1828 als Sohn eines Kaufmanns geboren. Der junge
      Dunant ist schon früh sozial engagiert und tritt 1846 der "Gesellschaft für Almosenspenden" in Genf bei. Ein Jahr später gründet er auf dem elterlichen Landgut die so genannte "Donnerstags-Vereinigung": Junge Menschen treffen sich zu Bibelstudien. Sie besuchen Hungernde und Kranke, helfen Alten und halten Vorlesungen in Gefängnissen.
      Wegen schlechter Noten muss
       Dunant 1852 das Gymnasium verlassen und beginnt eine Banklehre in Genf. Noch im gleichen Jahr gründet Dunant als 24-Jähriger den "Christlichen Verein Junger Männer" (CVJM), heute "Christlicher Verein Junger Menschen".
      Der CVJM agiert bis heute unter dem Motto "Dass sie alle eins seien" (ein Zitat aus dem Johannes-Evangelium in der Bibel). Die zwei Hauptziele betonen für "Einheit" zu arbeiten und nach "dem Reich Gottes" auf Erden zu streben. Das bedeutet, für eine Gesellschaft zu arbeiten, die geprägt ist von Gerechtigkeit, Frieden und Liebe, gemäß der Lehre von Jesus Christus.
      1853 wird
      Jean-Henry Dunant zum Interims-Direktor der "Gesellschaft der Kolonien von Setif". Er reist in den folgenden Jahren zweimal nach Algerien und beginnt, in der Schweiz aktiv um Kolonisten zu werben. 1856 gründet
      Dunant gemeinsam mit einem Freund eine Kolonialgesellschaft und erhält eine Landkonzession in Algerien.
      Dunant will in den Bau von Mühlen investieren. Zu diesem Zweck gründet er eine Finanz- und Aktiengesellschaft. 1858 benötigt er lediglich noch Ländereien, die das Getreide für die Mühlen liefern sollen. Doch die Geschäfte geraten ins Stocken, die kolonialen Behörden leisten Widerstand. Der Geschäftsmann Dunant hat die Idee, kurzerhand mit dem zuständigen Kaiser zu sprechen, um seine Geschäfte ins Laufen zu bringen. 1859 macht sich der Handelsmann
      Dunant auf zu einer Besprechung mit den französischen Kaiser Napoleon III.
    • Der Kaiser schenkt dem Kaufmann kein Gehör, denn er kämpft gerade mit seinem Heer und den Italienern gegen die Österreicher. Die entscheidende Schlacht ist am Abend des 28. Juni 1859 bei Solferino, südlich des Gardasees.
      Napoleon III. geht als Sieger hervor, doch 40.000 Soldaten bezahlen diesen Sieg mit dem Leben. Unzählige Verletzte bleiben auf dem Schlachtfeld zurück. Die Einwohner der nahe gelegenen Stadt Castiglione versorgen die Verwundeten beider Fronten, so gut sie können. Ein Ruf macht die Runde: "
      Siamo tutti fratelli" – "Wir sind alle Brüder". Dunant sieht das Elend, packt mit an und bleibt, um die Verwundeten zu versorgen.
      Ein Jahr später schreibt
      Dunant sein Buch "Eine Erinnerung an Solferino". Darin berichtet er eindringlich von den Gräueln des Krieges. Das Buch druckt 
      Dunant auf eigene Kosten und schickt es an einflussreiche Persönlichkeiten in ganz Europa.
      Sein Appell für eine bessere Versorgung und den neutralen Schutz von Verwundeten in bewaffneten Konflikten trifft auf eine breite Zustimmung. 
      Dunants Erlebnisbericht spiegelt die Erfahrungen und Gedanken vieler Militärs wider und rüttelt in zahlreichen europäischen Ländern Politiker, Militärs und Mediziner auf.

      1863 stellt
      Dunant seine Ideen bei der "Gemeinnützigen Gesellschaft von Genf" vor. Diese setzt ein fünfköpfiges Komitee ein, das prüfen soll, wie die Ideen
      Dunants umgesetzt werden können. Dunant wird Sekretär dieses Komitees, das erstmals am 17. Februar 1863 tagt. Dieses Treffen gilt als Gründungsdatum des "Internationalen Komitee des Roten Kreuzes" (IKRK).
      eine Gruppe von Menschen, die auf einer Bühne sitzenKonferenz des Roten Kreuzes 1864 – Genfer Konvention
      Dunant reist durch ganz Europa und wirbt in der Öffentlichkeit und bei zahlreichen Regenten für seine Idee – mit Erfolg. Seine Vorstellungen stoßen auf Zustimmung. Im Oktober 1863 treffen sich erstmals Delegierte aus 16 Ländern und fassen bei einer Konferenz die grundlegenden Beschlüsse.
      Bereits im März 1864 wird die Rotkreuzarmbinde im Deutsch-Dänischen Krieg zum ersten Mal verwendet. Am 22. August 1864 wird das "Erste Genfer Abkommen" von zwölf Staaten unterzeichnet.
      In den folgenden Jahren wächst
      Dunants Idee, doch seine Geschäfte geraten ins Stocken. Seine Mühlengesellschaft ist stark angeschlagen. 1867, auf dem Höhepunkt seines Ansehens, erleidet
      Dunant seinen wirtschaftlichen Zusammenbruch. Er verliert sein gesamtes Vermögen, seine Familie und Freunde verlieren ihre Investitionen in die Aktiengesellschaft. Im noblen Genf ist Dunant geächtet. Er verlässt noch im gleichen Jahr seine Heimatstadt und wird sie Zeit seines Lebens nicht mehr betreten. Für das IKRK ist er untragbar geworden. Als Sekretär des Komitees muss er zurücktreten.
      Dunant siedelt nach Paris über. Dort lebt er in ärmlichen Verhältnissen und verdient seinen Lebensunterhalt als Journalist.
      Im August 1868 wird
      Dunant durch ein Genfer Zivilgericht wegen Bankrotts verurteilt. In den folgenden vier Jahren reist
      Dunant weiterhin viel durch Europa und wirbt seine Idee einer "Allgemeinen Fürsorgegesellschaft". Im September 1872 bricht er vor Hunger während eines Vortrages zusammen.
      Dunant verarmt und übernachtet unter Brücken und in Bahnhöfen. 1876 nimmt ihn Pfarrer Ernst Wagner in seinem Haus in Stuttgart auf. Dunant verschwindet von der Bildfläche der Öffentlichkeit und wird für tot gehalten.
      Nachdem der Stuttgarter Pfarrer stirbt, muss
      Dunant seine Unterkunft verlassen. Nach erneuten Aufenthalten in Paris und London lässt er sich in dem Appenzeller Dorf Heiden nieder und lebt in ärmlichen Verhältnissen. Seine Familie setzt für ihn eine kleine Rente aus. Diese reicht gerade für ein Zimmer im dortigen Armenhospital. Lediglich ein Dorfschullehrer kümmert sich um
      Dunant.
      1895 wird jedoch die Weltpresse erneut auf
      Dunant aufmerksam: "Der Gründer des Roten Kreuzes lebt!" heißt es in den Zeitungen.
      Dunant beginnt einen Briefwechsel mit Bertha von Suttner und wird durch Papst Leo XIII. geehrt. Weitere Ehrungen und Auszeichnungen häufen sich. Am 10. Dezember 1901 erhalten
      Jean-Henry Dunant und
      Frédéric Passy den ersten Friedensnobelpreis. Nichts von dem Geld verwendet 
      Dunant für sich. Er wohnt weiterhin in seinem Zimmer im Armenhospital.
      Am 30. Oktober 1910 stirbt
       Jean-Henry Dunant mit 82 Jahren. Seine letzten Worte sind:
      "Ich wünsche zu Grabe getragen zu werden wie ein Hund, ohne eine einzige von euren Zeremonien, die ich nicht anerkenne. Ich rechne auf eure Güte zuversichtlich, über meinen letzten irdischen Wunsch zu wachen. Ich zähle auf eure Freundschaft, dass es so geschehe. Ich bin ein Jünger Christ wie im ersten Jahrhundert, und sonst nichts."
      Am 2. November 1910 wird 
      Jean-Henry Dunant auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich beerdigt.
      Text
  • *Quelle: plaet-wissen.de
  • Frédéric Passy war ein französischer Parlamentarier und Humanist. Als „Apostel des Friedens“ wurde er 1901 zusammen mit Henry Dunant mit dem ersten Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Gemeinsam mit William Randal Cremer gründete Passy 1889 die Interparlamentarische Union. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften trat Frédéric Passy mit 22 Jahren in den Staatsdienst ein. Er verließ diese Arbeitsstelle aber bereits nach drei Jahren und widmete sich dem Studium der Wirtschaftswissenschaft und dem Journalismus. Nach dem Studium bekam er eine Stelle als Lehrkraft an der Universität von Montpellier, wo er von 1860 bis 1861 das zweibändige Werk Leçons d’économie politique schrieb.
    1877 wurde Passy die Mitgliedschaft zur Académie des sciences morales et politiques verliehen. Am 21. Mai 1867 gründete er die Ligue internationale et permanente de la paix, die später in die Société d’arbitrage entre les Nations umbenannt wurde. Er wollte mit dieser Friedensliga Druck auf die französische Regierung ausüben, damit diese die Luxemburgkrise ohne Blutvergießen löse.
    Dieser Einsatz für den Frieden machte ihn populär, er wurde 1881 als Abgeordneter in die französische Nationalversammlung gewählt, in der er bis 1889 blieb. Als Abgeordneter setzte er sich für die Verbesserung der Arbeitsverhältnisse der Industriearbeiter ein. Er kämpfte gegen den Kolonialismus und forderte die Einsetzung eines Internationalen Schiedsgerichtes für Konfliktlösungen.
  • Das Institut de Droit international (IDI), zu Deutsch Institut für Internationales Recht, ist eine Vereinigung von Juristen, welche die Entwicklung des internationalen Rechts, das heißt des Völkerrechts und des Internationalen Privatrechts, wissenschaftlich verfolgen und durch Vorschläge beeinflussen. Die Organisation wurde am 8. September 1873 in Gent in Belgien gegründet und erhielt für ihr Engagement 1904 den Friedensnobelpreis.

    Das Institut besteht aus einer satzungsmäßig festgelegten Anzahl von höchstens 132 Rechtsexperten. Neue assoziierte Mitglieder, Vollmitglieder und Ehrenmitglieder werden durch Kooptation aufgenommen, also von den vorhandenen Mitgliedern hinzugewählt. Die Auswahl basiert dabei auf den wissenschaftlichen Leistungen der jeweiligen Personen, so dass die Aufnahme eine Anerkennung darstellt. Das Institut hat diesbezüglich auch den Charakter einer Gelehrtengesellschaft.


    Die Gründung des Institut de Droit international erfolgte im Rathaus der belgischen Stadt Gent durch elf renommierte Experten für Internationales Recht, und zwar Carlos Calvo aus Argentinien, Gustave Rolin-Jaequemyns und Émile Louis Victor de Laveleye aus Belgien, Pasquale Stanislao Mancini und Augusto Pierantoni aus Italien, Tobias Asser aus den Niederlanden, Gustave Moynier und Johann Caspar Bluntschli aus der Schweiz, David Dudley Field aus den Vereinigten Staaten, James Lorimer aus dem Vereinigten Königreich sowie Wladimir Pawlowitsch Besobrasow aus Russland. Darüber hinaus gilt der ebenfalls eingeladene deutsch-russische Jurist August von Bulmerincq, der nicht an der Gründungsversammlung teilnehmen konnte, als Mitglied seit der Gründung.

    Die Initiative zur Schaffung des IDI ging dabei von Gustave Moynier und Gustave Rolin-Jaequemyns aus, der auch erster Generalsekretär wurde; als erster Präsident fungierte Pasquale Stanislao Mancini. Moynier hatte bereits als Mitgründer und Präsident des Internationalen Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege, dem späteren Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, entscheidenden Anteil an der Entstehung und Entwicklung des modernen Völkerrechts. Weitere bekannte Juristen, die das Wirken des Instituts beeinflussten, waren beispielsweise der russische Diplomat Friedrich Fromhold Martens, der insbesondere das humanitäre Völkerrecht maßgeblich mitgestaltete und ebenso wie der aus Deutschland stammende Felix Stoerk zeitweise als Vizepräsident wirkte, sowie der Österreicher Leopold Freiherr von Neumann. Zu Ehrenpräsidenten des Instituts wurden Gustave Rolin-Jaequemyns (1892), Gustave Moynier (1894), John Westlake (1911), Albéric Rolin (1923) und Charles De Visscher (1954) ernannt.

    Das IDI war häufig an der Entstehung und Entwicklung anderer Institutionen beteiligt, so unter anderem 1873 bei der Gründung der International Law Association sowie bei der Etablierung der Akademie für internationales Recht in Den Haag 1913 und der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen 1947. Im Jahr 1880 veröffentlichte das Institut unter dem Titel Manuel des lois de la guerre sur terre („Die Regeln des Landkrieges“) ein auch als Oxford Manual bezeichnetes Regelwerk, das wichtige Vorschriften zur Kriegsführung zusammenfasste und als Grundlage für eine entsprechende nationale Gesetzgebung in den damaligen Staaten gedacht war. Einen wesentlichen Beitrag lieferte es bei der Vorbereitung der ersten Friedenskonferenz in Den Haag 1899, der Ausarbeitung der in diesem Rahmen sowie der Nachfolgekonferenz im Jahr 1907 entstandenen Haager Abkommen sowie der Etablierung des Ständigen Schiedshofs. Seit 1913 ist das Institut zudem formell Berater der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden. Durch die Mitarbeit und Beratung internationaler Rechtsorgane nimmt das Institut maßgeblichen Einfluss auf Fragen des internationalen Rechts, so etwa durch seine Resolutionen zum Schutz der Menschenrechte von 1929 und 1947, zum Umweltschutz der Meere von 1937 und 1966 sowie zur friedlichen Nutzung des Weltraums von 1963.

    Das Institut de Droit international ist eine private Vereinigung ohne offiziellen Charakter. Es setzt sich aus höchstens 132 Mitgliedern zusammen, bei deren Auswahl gemäß den Statuten des Instituts ihre wissenschaftlichen Leistungen gewürdigt sowie eine unausgewogene Repräsentation einzelner Staaten vermieden werden soll. Neu aufgenommene Mitglieder gelten zunächst als assoziierte Mitglieder und erhalten in der Regel nach aktiver Teilnahme an drei Arbeitssitzungen die Vollmitgliedschaft. Bei Nichtteilnahme an drei aufeinanderfolgenden Sitzungen gilt ein Mitglied als zurückgetreten, sofern die Nichtteilnahme nicht auf anderweitigen wichtigen Gründen beruht. Bei vorheriger aktiver Beteiligung an mindestens fünf Sitzungen werden zurückgetretene Mitglieder als emeritierte Mitglieder geführt. Darüber hinaus kann herausragenden Angehörigen des Instituts die Ehrenmitgliedschaft verliehen werden.

    Die Arbeitssitzungen des Instituts dauern in der Regel eine Woche und finden alle ein bis zwei Jahre statt. Sie werden von einem Präsidenten geleitet, der am Ende der vorherigen Sitzung gewählt wurde. Als administrative Organe zwischen den Sitzungen bestehen das Büro und das Generalsekretariat. Mitglieder des Büros sind der Präsident, die drei Vizepräsidenten, der Generalsekretär, der Schatzmeister und der Vorsitzende des Programmkomitees. Der Generalsekretär und der Schatzmeister werden für drei Sitzungen gewählt, der Präsident und die Vizepräsidenten für die Dauer einer Sitzungsperiode. Die Finanzierung der Arbeit erfolgt vor allem durch Mitgliedsbeiträge, durch Spenden und durch Stiftungsvermögen, das vor allem auf das Nobelpreisgeld sowie auf Schenkungen und Erbschaften zurückgeht. Die 1947 zur Verwaltung des Vermögens gegründete Stiftung ist nach Schweizer Recht organisiert und in Lausanne ansässig. Der Sitz des Instituts richtet sich nach der Herkunft des Generalsekretärs und befand sich bisher vor allem in Belgien und der Schweiz, mit kürzeren Phasen in den Niederlanden (1913–1919) und Frankreich (1963–1969).

    Für die inhaltliche Arbeit werden einzelne Mitglieder als Berichterstatter ausgewählt und thematische Kommissionen gebildet. Gegenwärtig bestehen neben der Programmkommission 18 weitere Kommissionen zu verschiedenen Aspekten des internationalen Rechts. Aufgabe der Berichterstatter und Kommissionen ist die Ausarbeitung von Berichten und Vorschlägen, die als Arbeitsgrundlage für die Sitzungen beziehungsweise als Entwürfe für Resolutionen, Erklärungen und Berichte des Instituts dienen. Die wichtigste regelmäßige Publikation des Instituts ist das unter dem Titel Annuaire de l'Institute de droit international herausgegebene Jahrbuch. Arbeitssprache für die Sitzungen und Veröffentlichungen ist überwiegend Französisch.

     


  • Weltfriedenskongress 1907 in München: Frédéric Passy (sitzende Reihe, Vierter von links), links daneben Ludwig Quidde, links daneben Bertha von Suttner

    1888 trafen sich in Paris 9 britische und 24 französische Parlamentarier unter der Leitung von Passy und Sir William Randal Cremer zur Gründung einer „Interparlamentarischen Schiedsgerichtsvereinigung“. Die Ziele dieser Vereinigung waren die Förderung des Friedens und die friedliche Beilegung von Konflikten. Zusammen mit William Randal Cremer gründete Passy 1889 die Interparlamentarische Union.
    Frédéric Passys Leistung und Einsatz als Gründer und Präsident der Société française pour l’arbitrage entre nations wurde am 10. Dezember 1901 mit dem ersten Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
    Sein halbes Leben setzte sich Frédéric Passy für den Frieden ein und wurde als „Apostel des Friedens“ weltbekannt. Passy schrieb bis ins hohe Alter lebhaft und unermüdlich, 1909 als 87-Jähriger schrieb er sein Lebenswerk Pour la paix.

1902

Élie Ducommun (* 19. Februar 1833 in Genf; † 7. Dezember 1906 in Bern) war ein Schweizer Journalist, Politiker, Geschäftsmann und Friedensnobelpreisträger. Er war Staatskanzler des Kantons Genf (1862 bis 1865), Mitherausgeber der Zeitung „Les États-Unis d'Europe“ (1868), Gründungsmitglied der Schweizerischen Volksbank (1869), Sekretär der Jura-Simplon-Bahn (1873–1903) und Leiter des „Internationalen Ständigen Friedensbüros“ (1891–1906). Am 10. Dezember 1902 erhielt er den Friedensnobelpreis zusammen mit Charles Albert Gobat

Nach einem Abstecher als Hauslehrer in Sachsen kehrte Ducommun 1853 nach Genf zurück. Der gelernte Journalist und überzeugte Liberale war von 1858 bis 1862 Grossrat des Kantons Genf. Danach wurde er zum Staatskanzler des Kantons Genf ernannt, eine bis 1865 ausgeführte Funktion.

Als Redakteur der politischen Zeitung "Progrès" in Delémont, 1865–1868, kam er mit der damals in einigen europäischen Staaten aufblühenden Friedensbewegung in Berührung. Nach Gründung der „Liga für Frieden und Freiheit“ (1868) war er Redakteur deren Bulletins „Les États-Unis d'Europe“ (Die Vereinigten Staaten von Europa).

Als Redakteur des „Progrès“ wurde er auch im Kanton Bern eine bekannte Persönlichkeit, 1868 wurde er in den Grossen Rat gewählt, wo er bis 1877 blieb. 1872 war er Mitbegründer des „Cercle démocratique romand“, einer politischen Partei, die sich später in „Parti National Romand“ umbenannte. Von 1874 bis 1877 war Ducommun Mitglied des Stadtrates und Übersetzer der Gemeindeversammlung der Stadt Biel/Bienne. Ausserdem war er Mitarbeiter der dort ansässigen Regionalzeitung "Journal du Jura".

Das Ziel des internationalen Friedens verlor Ducommun nicht aus den Augen, auch wenn ihn zeitweilig andere Geschäfte mehr bewegten. Um den Schweizer Arbeitern eine Bank mit günstigen Konditionen anzubieten, gründet er 1869 die Schweizerische Volksbank. Es entsprach seiner Überzeugung, dass der soziale Friede in einem demokratischen Gemeinwesen entscheidend von der finanziellen Absicherung der Arbeiterschaft abhängt.

Neben seiner Tätigkeit als Abgeordneter widmete sich Ducommun ab dem Jahr 1873 als Generalsekretär dem Bau der Jura-Bern-Luzern-Bahn (JBL). Aus der JBL entstand durch Fusion die Jura-Simplon-Bahn, wo er bis 1903 als Generalsekretär arbeitete.

Ducommuns Wirken für den Frieden war eher unauffällig aber effektiv. Nicht durch spektakuläre Aktionen, sondern durch beharrliche Arbeiten wurde er zu einem Pionier der Friedensbewegung. Mit Pierre Jolissaint und James Fazy organisierte er 1867 eine internationale Friedenskonferenz in Genf. Ducommun war 1868 einer der Mitbegründer der „Liga für Frieden und Freiheit“. An der 3. Konferenz der „Interparlamentarischen Union“ in Rom, 1891, wurde Ducommun zum Leiter des „Bureau International Permanent de la Paix“ (zu deutsch: „Internationales Ständiges Friedensbüro“) mit Sitz in Bern, gewählt. Zuerst ehrenamtlich, ab 1903 bis zu seinem Tod, 1906, als vollamtlicher Generalsekretär. In dieser Funktion hatte er die Aktivitäten der zahlreichen nationalen Friedensorganisationen zu koordinieren. Für seine Arbeit als Generalsekretär des Friedensbüros wurde er 1902 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.



Charles Albert Gobat (* 21. Mai 1843 in Tramelan, Kanton Bern; † 16. März 1914 in Bern) war ein Schweizer Politiker und Friedensnobelpreisträger (1902).

Sein Vater war protestantischer Pfarrer und sein Onkel Samuel Gobat evangelischer Bischof von Jerusalem. Er besuchte die Primarschule in Tramelan, die Herrnhuter Internatsschule Korntal bei Stuttgart und das Progymnasium in La Neuveville. Danach absolvierte er das Pädagogium in Basel, wo er 1862 die Maturität ablegte. Von 1862 bis 1864 studierte er Rechtswissenschaften, Geschichte und Literatur an der Universität Basel und promovierte 1864 an der Universität Heidelberg zum Doktor des Rechts. Er setzte seine Rechtsstudien in Paris fort. 1866 wurde er in Basel habilitiert. Ab 1867 war er in Bern in einem Anwaltsbüro tätig und erwarb dort auch das Fürsprecherpatent. 1867/68 lehrte er als Privatdozent französisches Zivilrecht an der Universität Bern. 1868 übernahm er das Anwaltsbüro von Édouard Carlin in Delsberg.

Gobat startete seine politische Laufbahn 1882 als freisinniger Grossrat des Kantons Bern. Von 1882 bis 1912 war er auch Mitglied des Regierungsrats, wobei er bis 1906 die Erziehungsdirektion und danach die Direktion des Inneren führte. Seine Hochschulpolitik und die Gymnasialreform verschafften ihm nicht nur Freunde, so vertrat und förderte er eine katholisch-theologische Fakultät, die in wissenschaftlicher Freiheit unabhängig vom päpstlichen Lehramt forschen sollte. Etwas weniger umstritten waren hingegen seine Verdienste um die Schulreform (Primarschulgesetz von 1849), die Reorganisation der Lehrerbildungsanstalten, die materielle Besserstellung der Lehrer und vor allem die Abschaffung der Prügelstrafe. In der Periode von 1886 bis 1887 war Gobat Vorsitzender der Kantonsregierung von Bern und wurde 1883 in den Verfassungsrat gewählt. 1884 wählte ihn die Berner Regierung als Ständerat in das Schweizer Parlament, nach den Parlamentswahlen 1890 wechselte er in den Nationalrat, wo er bis zu seinem Tod 1914 blieb. Er ist auf dem Berner Bremgartenfriedhof begraben.

1889 gehörte Gobat in Paris zu den Teilnehmern der Gründungsversammlung der Interparlamentarischen Union. Deren Eintreten für den Frieden durch die Einsetzung von Schiedsgerichten in Fällen von internationalen Konflikten wurde für ihn zum Mittelpunkt seines öffentlichen Wirkens. Gobat organisierte die 4. Konferenz der Interparlamentarischen Union in Bern, 1892. Hier wurde ihm die Leitung des neu gegründeten Zentralbüros der Union übertragen. Diesen Posten bekleidete Gobat bis zu seinem Tod. Nach dem Tod von Élie Ducommun 1906 übernahm er auch die Leitung des Internationalen Friedensbüros, so wurde er zum einflussreichsten europäischen «Sachwalter des Friedens». Das Ständige Internationale Friedensbüro (Bureau International Permanent de la Paix) erhielt 1910 den Friedensnobelpreis.

Am 10. Dezember 1902 erhielt Albert Gobat zusammen mit Élie Ducommun den Friedensnobelpreis für seine Tätigkeit in der Interparlamentarischen Union. Diese Auszeichnung spornte ihn an, sich noch intensiver für den Frieden einzusetzen. Gobat nutzte sein Renommee, das ihm dieser Preis verschaffte, und mischte sich in aktuelle Konflikte ein. Auf internationalen Kongressen kämpfte er vor dem Ersten Weltkrieg für die Schiedsgerichtsidee und die Abrüstung. Bei einem Empfang im Weissen Haus 1904 machte er bei Präsident Theodore Roosevelt einen entsprechenden Vorstoss. Besonders am Herzen lag ihm die Versöhnung zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich, wie seine erfolglosen Bemühungen um die Lösung der Elsass-Lothringen-Frage zeigten.

Seine Tochter Marguerite Gobat (1870–1937) unterstützte ihren Vater bei seinen Aufgaben, vor allem im Internationalen Friedensbüro. 1915 wurde sie berufen, die Leitung des Büros des Frauenweltbunds zur Förderung internationaler Eintracht in Genf zu übernehmen. Gleichzeitig war sie in der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit aktiv. Sie stand auch der Suffragettenbewegung nahe. 1918 wandte sie sich der Bildung zu und begann zu unterrichten. 1928 eröffnete sie in Magglingen ein Heim für die Erziehung von Kindern jeglicher nationalen und sozialen Herkunft.[1]

 1903

William Randal Cremer (* 18. März 1828 in Fareham; † 22. Juli 1908 in London) war ein britischer Politiker. Gemeinsam mit Frédéric Passy gründete er 1889 die „Interparlamentarische Union für internationale Schiedsgerichtsbarkeit“ und erhielt dafür den Friedensnobelpreis 1903. Cremer wurde in Fareham, in der Nähe von Portsmouth, England, als Kind einer Arbeiterfamilie geboren. Noch während seiner Kindheit verließ sein Vater, der Wappenmaler George Morris Cremer, die Familie, und seine Mutter Harriett musste William und seine beiden Schwestern alleine durchbringen. Cremer arbeitete bereits mit zwölf Jahren in einer Werft, mit 15 bekam er eine Lehrstelle bei seinem Onkel als Zimmermann. 1852 bekam er eine Anstellung in Brighton, woraufhin er nach London zog. Hier schloss er sich der Gewerkschaftsbewegung an und wurde einer der führenden Gewerkschafter.

Im Jahr 1858 wurde er in das Gremium zur Einführung des 9-Stunden-Tages gewählt. 1859 war er Mitgründer der „Amalgamated Carpenters' and Joiners' Union“, der Gewerkschaft der Zimmerleute und Tischler. 1863 organisierte Cremer eine Protestkundgebung gegen die mit den amerikanischen Südstaaten sympathisierende Regierung Großbritanniens und war Mitglied eines Arbeiterkomitees, welches die amerikanischen Nordstaaten im Kampf gegen die Sklaverei unterstützte. Gemeinsam mit Karl Marx war er 1864 Mitbegründer der Internationalen Arbeiter-Assoziation, deren Generalsekretär er von 1865 bis 1867 war. In dieser Funktion war er Delegierter der britischen Sektion beim Treffen der Internationalen Arbeiter-Assoziation 1866, auf dem er sich für kürzere Arbeitszeiten und höhere Löhne aussprach, sich allerdings gegen die Pläne Karl Marx zur Revolution wendete. Im Anschluss an das Treffen brach er den Kontakt mit der „Internationalen“ ab.

Als Befürworter von Verhandlungsstrategien war Cremer der Meinung, dass Streiks vermeidbar sind und auch internationale Konflikte nur durch Verhandlungen gelöst werden können. Als Folge dieser Denkweise widmete er sich verstärkt der Friedensarbeit und gründete während des Deutsch-Französischen Krieges 1870 bis 1871 die Workman's Peace Association, die später in die Internationale Liga für Schiedsgerichtsbarkeit aufging. Er war bis 1903 Generalsekretär dieser Vereinigung.

1868 und 1874 stellte er sich jeweils erfolglos zur Wahl für ein Mandat im britischen Unterhaus. Ab 1875 wurde er dann doch Abgeordneter, zunächst bis 1895 und ein weiteres Mal von 1900 bis zu seinem Tod. 1889 gründete er die Interparlamentarische Union zusammen mit dem französischen Pazifisten Frédéric Passy in Paris und wurde Vizepräsident und Sekretär der britischen Fraktion. Dadurch war er maßgeblich daran beteiligt, dass zahlreiche Schiedsgerichtsverträge zwischen europäischen und überseeischen Staaten abgeschlossen wurden. Beim Burenkrieg, den England von 1899 bis 1902 gegen die südafrikanischen Burenstaaten führte, verzichtete das Land allerdings auf einen Schiedsgerichtsvertrag und wurde von Cremer entsprechend lautstark kritisiert. Er bezeichnete den Krieg als Angriff gegen die Freiheit und Humanität, gelangte damit jedoch in die Kritik der britischen Presse.

1903 erhielt er den Friedensnobelpreis für seine internationalen Schlichtungserfolge. Das Preisgeld spendete er fast vollständig an die Internationale Liga für Schiedsgerichtsbarkeit. 1907 wurde er in den Adelsstand erhoben, nachdem ihm der König Eduard VII. erlaubt hatte, in ziviler Kleidung und vor allem ohne ein Schwert an der Zeremonie des Ritterschlages teilzunehmen. Aus seinen beiden Ehen (seine erste Frau starb 1876, die zweite 1884) entstammten keine Kinder. Er starb 1908 an einer Lungenentzündung.


1904

Das Institut de Droit international (IDI), zu Deutsch Institut für Internationales Recht, ist eine Vereinigung von Juristen, welche die Entwicklung des internationalen Rechts, das heißt des Völkerrechts und des Internationalen Privatrechts, wissenschaftlich verfolgen und durch Vorschläge beeinflussen. Die Organisation wurde am 8. September 1873 in Gent in Belgien gegründet und erhielt für ihr Engagement 1904 den Friedensnobelpreis.

Das Institut besteht aus einer satzungsmäßig festgelegten Anzahl von höchstens 132 Rechtsexperten. Neue assoziierte Mitglieder, Vollmitglieder und Ehrenmitglieder werden durch Kooptation aufgenommen, also von den vorhandenen Mitgliedern hinzugewählt. Die Auswahl basiert dabei auf den wissenschaftlichen Leistungen der jeweiligen Personen, so dass die Aufnahme eine Anerkennung darstellt. Das Institut hat diesbezüglich auch den Charakter einer Gelehrtengesellschaft.

Die Gründung des Institut de Droit international erfolgte im Rathaus der belgischen Stadt Gent durch elf renommierte Experten für Internationales Recht, und zwar Carlos Calvo aus Argentinien, Gustave Rolin-Jaequemyns und Émile Louis Victor de Laveleye aus Belgien, Pasquale Stanislao Mancini und Augusto Pierantoni aus Italien, Tobias Asser aus den Niederlanden, Gustave Moynier und Johann Caspar Bluntschli aus der Schweiz, David Dudley Field aus den Vereinigten Staaten, James Lorimer aus dem Vereinigten Königreich sowie Wladimir Pawlowitsch Besobrasow aus Russland. Darüber hinaus gilt der ebenfalls eingeladene deutsch-russische Jurist August von Bulmerincq, der nicht an der Gründungsversammlung teilnehmen konnte, als Mitglied seit der Gründung.

Die Initiative zur Schaffung des IDI ging dabei von Gustave Moynier und Gustave Rolin-Jaequemyns aus, der auch erster Generalsekretär wurde; als erster Präsident fungierte Pasquale Stanislao Mancini. Moynier hatte bereits als Mitgründer und Präsident des Internationalen Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege, dem späteren Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, entscheidenden Anteil an der Entstehung und Entwicklung des modernen Völkerrechts. Weitere bekannte Juristen, die das Wirken des Instituts beeinflussten, waren beispielsweise der russische Diplomat Friedrich Fromhold Martens, der insbesondere das humanitäre Völkerrecht maßgeblich mitgestaltete und ebenso wie der aus Deutschland stammende Felix Stoerk zeitweise als Vizepräsident wirkte, sowie der Österreicher Leopold Freiherr von Neumann. Zu Ehrenpräsidenten des Instituts wurden Gustave Rolin-Jaequemyns (1892), Gustave Moynier (1894), John Westlake (1911), Albéric Rolin (1923) und Charles De Visscher (1954) ernannt.

Das IDI war häufig an der Entstehung und Entwicklung anderer Institutionen beteiligt, so unter anderem 1873 bei der Gründung der International Law Association sowie bei der Etablierung der Akademie für internationales Recht in Den Haag 1913 und der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen 1947. Im Jahr 1880 veröffentlichte das Institut unter dem Titel Manuel des lois de la guerre sur terre („Die Regeln des Landkrieges“) ein auch als Oxford Manual bezeichnetes Regelwerk, das wichtige Vorschriften zur Kriegsführung zusammenfasste und als Grundlage für eine entsprechende nationale Gesetzgebung in den damaligen Staaten gedacht war. Einen wesentlichen Beitrag lieferte es bei der Vorbereitung der ersten Friedenskonferenz in Den Haag 1899, der Ausarbeitung der in diesem Rahmen sowie der Nachfolgekonferenz im Jahr 1907 entstandenen Haager Abkommen sowie der Etablierung des Ständigen Schiedshofs. Seit 1913 ist das Institut zudem formell Berater der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden. Durch die Mitarbeit und Beratung internationaler Rechtsorgane nimmt das Institut maßgeblichen Einfluss auf Fragen des internationalen Rechts, so etwa durch seine Resolutionen zum Schutz der Menschenrechte von 1929 und 1947, zum Umweltschutz der Meere von 1937 und 1966 sowie zur friedlichen Nutzung des Weltraums von 1963.

Das Institut de Droit international ist eine private Vereinigung ohne offiziellen Charakter. Es setzt sich aus höchstens 132 Mitgliedern zusammen, bei deren Auswahl gemäß den Statuten des Instituts ihre wissenschaftlichen Leistungen gewürdigt sowie eine unausgewogene Repräsentation einzelner Staaten vermieden werden soll. Neu aufgenommene Mitglieder gelten zunächst als assoziierte Mitglieder und erhalten in der Regel nach aktiver Teilnahme an drei Arbeitssitzungen die Vollmitgliedschaft. Bei Nichtteilnahme an drei aufeinanderfolgenden Sitzungen gilt ein Mitglied als zurückgetreten, sofern die Nichtteilnahme nicht auf anderweitigen wichtigen Gründen beruht. Bei vorheriger aktiver Beteiligung an mindestens fünf Sitzungen werden zurückgetretene Mitglieder als emeritierte Mitglieder geführt. Darüber hinaus kann herausragenden Angehörigen des Instituts die Ehrenmitgliedschaft verliehen werden.

Die Arbeitssitzungen des Instituts dauern in der Regel eine Woche und finden alle ein bis zwei Jahre statt. Sie werden von einem Präsidenten geleitet, der am Ende der vorherigen Sitzung gewählt wurde. Als administrative Organe zwischen den Sitzungen bestehen das Büro und das Generalsekretariat. Mitglieder des Büros sind der Präsident, die drei Vizepräsidenten, der Generalsekretär, der Schatzmeister und der Vorsitzende des Programmkomitees. Der Generalsekretär und der Schatzmeister werden für drei Sitzungen gewählt, der Präsident und die Vizepräsidenten für die Dauer einer Sitzungsperiode. Die Finanzierung der Arbeit erfolgt vor allem durch Mitgliedsbeiträge, durch Spenden und durch Stiftungsvermögen, das vor allem auf das Nobelpreisgeld sowie auf Schenkungen und Erbschaften zurückgeht. Die 1947 zur Verwaltung des Vermögens gegründete Stiftung ist nach Schweizer Recht organisiert und in Lausanne ansässig. Der Sitz des Instituts richtet sich nach der Herkunft des Generalsekretärs und befand sich bisher vor allem in Belgien und der Schweiz, mit kürzeren Phasen in den Niederlanden (1913–1919) und Frankreich (1963–1969).

Für die inhaltliche Arbeit werden einzelne Mitglieder als Berichterstatter ausgewählt und thematische Kommissionen gebildet. Gegenwärtig bestehen neben der Programmkommission 18 weitere Kommissionen zu verschiedenen Aspekten des internationalen Rechts. Aufgabe der Berichterstatter und Kommissionen ist die Ausarbeitung von Berichten und Vorschlägen, die als Arbeitsgrundlage für die Sitzungen beziehungsweise als Entwürfe für Resolutionen, Erklärungen und Berichte des Instituts dienen. Die wichtigste regelmäßige Publikation des Instituts ist das unter dem Titel Annuaire de l'Institute de droit international herausgegebene Jahrbuch. Arbeitssprache für die Sitzungen und Veröffentlichungen ist überwiegend Französisch.


1905

 

Bertha Sophia Felicita Freifrau von Suttner, geborene Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau, Pseudonyme: B. Oulot, Jemand (* 9. Juni 1843 in Prag; † 21. Juni 1914 in Wien), war eine tschechisch-österreichische Pazifistin, Friedensforscherin und Schriftstellerin. Sie wurde 1905 als erste Frau mit dem seit 1901 vergebenen Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Einige Fotos, die Bertha von Suttner im Lauf ihres Lebens zeigen, werden im Forschungsblog der Österreichischen Nationalbibliothek beschrieben.

Bertha von Suttner stammte als gebürtige Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau aus einer böhmischen Adelsfamilie. Ihr Vater Franz Joseph Graf Kinsky von Wchinitz und Tettau,[2] der vor ihrer Geburt im 75. Lebensjahr verstarb, war General, ihr Großvater mütterlicherseits Hauptmann der Kavallerie. Sie wuchs bei ihrer Mutter Sophie Wilhelmine (geborene von Körner, entfernt verwandt mit dem Dichter Theodor Körner) im aristokratischen Umfeld der österreichisch-ungarischen k.k. Monarchie und deren militaristischem Hintergrund auf. Als Kind und Jugendliche lernte sie mehrere Sprachen, beschäftigte sich mit Musik und reiste viel.

Nachdem das ererbte Vermögen ihres Vaters (nicht zuletzt aufgrund der Spielleidenschaft der Mutter) weitgehend aufgebraucht war, nahm Bertha 1873 eine Stelle als Gouvernante bei dem Industriellen Karl Freiherr von Suttner in Wien an und erteilte den vier Töchtern der Familie Unterricht in Musik und Sprache. In dieser Zeit verliebte sie sich in den um sieben Jahre jüngeren Arthur Gundaccar von Suttner, den jüngsten Sohn der Suttners. 1876 reiste sie nach Paris, wo sie knapp zwei Wochen lang die Privatsekretärin von Alfred Nobel war. Arthurs Mutter hatte, um das Verhältnis zwischen Bertha und ihrem Sohn zu beenden, Bertha entlassen. Jedoch verschaffte sie ihr die Stelle bei Nobel, um sie nicht mittellos aus dem Haus zu werfen. Nobel wurde aber bald vom schwedischen König in seine Heimat berufen.

Bertha kehrte nach Wien zurück und heiratete am 12. Juni 1876 heimlich Arthur Gundaccar, gegen den Willen seiner Eltern.[3] Daraufhin wurde Arthur Suttner enterbt, und das Ehepaar zog für mehr als acht Jahre, von 1876 bis 1885, in den Kaukasus nach Georgien zu Fürstin Jekaterina Dadiani von Mingrelien. Dort lebte das Paar unter schwierigen finanziellen Umständen von Gelegenheitstätigkeiten. Bertha schlug sich als Sprachlehrerin durch, schrieb Unterhaltungsromane und Übersetzungen. Unvollendet blieb dabei die Übersetzung des georgischen Nationalepos Der Recke im Tigerfell ins Deutsche. Arthur zeichnete Pläne und Tapetenmuster. Die letzten Jahre des Georgien-Aufenthalts, an den Bertha von Suttner sich später trotz der schwierigen Verhältnisse als glückliche Zeit erinnerte, lebten sie in Tiflis.[4]

1877 mit Beginn des Russisch-Türkischen Krieges begann Arthur Berichte über den Krieg sowie über Land und Leute in deutschen Wochenblättern zu veröffentlichen. Bertha von Suttner begann ebenfalls 1877 mit ihrer journalistischen Tätigkeit und hatte unter dem Pseudonym B. Oulot (franz. le boulot = die Arbeit) großen Erfolg, wie auch ihr Mann. Sie schrieb für österreichische Zeitungen Kurzgeschichten und Essays, ihr Mann Kriegsberichte und Reisegeschichten. Im Jahre 1885 kehrten sie gemeinsam nach Wien zurück, söhnten sich mit der Familie aus und bezogen das Familienschloss in Harmannsdorf (Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring) in Niederösterreich.

Nach ihrer Rückkehr blieb Bertha von Suttner journalistisch aktiv, wobei sie ihren Fokus auf eine friedlichere Gesellschaft setzte und sich dem Thema Pazifismus verschrieb. So verfasste sie 1886 das Buch High Life, in dem sie den Respekt vor dem Menschen und seiner freien Entscheidungskraft thematisierte. Kurz darauf erfuhr sie durch eine Gesprächsrunde mit dem französischen Philosophen Ernest Renan von der Existenz der International Arbitration and Peace Association, die der Brite Hodgson Pratt 1880 gegründet hatte.

„Die Waffen nieder!“

Im Herbst des Jahres 1889, mit 46 Jahren, veröffentlichte sie den pazifistischen Roman Die Waffen nieder!, der großes Aufsehen erregte und Bertha von Suttner zu einer der prominentesten Vertreterinnen der Friedensbewegung machte. Sie beschrieb die Schrecken des Krieges aus der Sicht einer Ehefrau und traf damit den Nerv der Gesellschaft, die zu dieser Zeit in heftigsten Diskussionen über den Militarismus und den Krieg begriffen war. Dieses Buch wurde ihr größter literarischer Erfolg. Es erschien in 37 Auflagen und wurde in fünfzehn Sprachen übersetzt. In ihrem Nachruf auf Bertha von Suttner schrieb Marie Eugenie delle Grazie über diesen Roman: „Vielleicht wird man einmal wenig oder gerade nur so viel mehr von jenem Romane wissen, als die Literaturgewaltigen dekretieren. Sein Titel steht aber schon heute auf der ersten Seite einer neuen Weltgeschichte!“[5]

Mit dem Roman beteiligte sich Suttner am damaligen pazifistischen Diskurs. Sie definierte Frieden als naturrechtlich verbürgten Normalzustand, dem der Krieg als eine Folge menschlichen „Irrwahns“ gegenüberstehe. Dadurch werde das Recht auf Frieden völkerrechtlich einforderbar. Suttner bezieht sich dabei auf eine dynamische Geschichtsauffassung der ins Soziale gewendeten darwinschen Evolutionstheorie und geht von einer steten Höherentwicklung der Menschheit im Sinne einer Selektion der „Edelsten“ aus (Fortschrittsglaube).[6]

Den Winter 1890/91 verbrachte das Ehepaar in Venedig. Bertha von Suttner regte mit anderen die Gründung einer „Friedensgesellschaft Venedig“ an. So lernte sie auch den Marchese Benjamino Pandolfi kennen, über den ihr weitere Vertreter der „Interparlamentarischen Konferenzen“ vorgestellt wurden. Die Interparlamentarischen Konferenzen nannten sich ab 1910 „Interparlamentarische Union“.

Am 3. September 1891 forderte Bertha von Suttner in einem Artikel der Neuen Freien Presse die Gründung einer „Österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde“ mit den Worten:

„Darum ist es nothwendig, daß überall dort, wo Friedensanhänger existieren, dieselben auch öffentlich als solche sich bekennen und nach Maßstab ihrer Kräfte an dem Werke mitwirken.“

– Bertha von Suttner: Der nächste Friedenscongreß in Rom (1891)[7][8]

Der Erfolg dieses Aufrufs war überwältigend. Bertha von Suttner wurde von der Österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde sogleich zur ersten Präsidentin ernannt, die sie bis zu ihrem Tode 1914 blieb. Im November 1891 wurde sie anlässlich des Weltfriedenskongresses in Rom zur Vizepräsidentin des Internationalen Friedensbüros gewählt und gründete 1892 zusammen mit Alfred Hermann Fried die Deutsche Friedensgesellschaft, die binnen kurzer Zeit über 2.000 Mitglieder hatte. In der Folge nahm sie an mehreren internationalen Friedenskongressen teil, so etwa 1892 in Bern, 1894 in Antwerpen und 1897 in Hamburg. Am 3. Juni 1897 überreichte sie Kaiser Franz Joseph I. (1830–1916) eine Unterschriftenliste mit dem Plädoyer für ein internationales Schiedsgericht.

1898 wandte sich Bertha von Suttner mit ihrer Schrift Schach der Qual entschieden gegen Tierversuche (damals: Vivisektion). Eine ihrer Begründungen lautete, dass auf Mitleid, „dieses unfehlbare Attribut edler Menschlichkeit“, eine starke Hoffnung des sozialen Fortschritts gesetzt sei und nur mitleidsfähige Menschen daran arbeiten würden, die Unterdrückung, den Gewaltmissbrauch, die Grausamkeit, das Elend aus der Welt zu schaffen: „Wer irgendwo das Mitleid erstickt, wer der Hartherzigkeit ein Privilegium gibt, der schadet der Mit- und Nachwelt weit mehr, als durch irgendwelche physiologische und medizinische – dabei problematische – Ergebnisse genützt werden kann.“[9] Physiologen verglich von Suttner mit Jägern und Kriegführern, bezeichnete sie als „unsere verfeinerten Grausamkeitsverüber“, die aus einem Beweggrund handelten, „der so stark ist in seiner Gewohnheits- oder Pflichtsgewalt, dass er in ihnen jedes andere Verständnis übertäubt“.[10]

1899 war sie an den Vorbereitungen zur Ersten Haager Friedenskonferenz in Den Haag beteiligt, auf der Regierungsvertreter Fragen der nationalen wie internationalen Sicherheit, des Abrüstens und zur Einrichtung eines internationalen Schiedsgerichts behandelten. Die von den Initiatoren erwarteten Ergebnisse wurden jedoch nicht erzielt. Kriegerische Konflikte konnten zwar beigelegt werden, eine Beendigung aller Kampfhandlungen oder eine Reduzierungen der Rüstung sowie die Einrichtung von internationalen Schiedsgerichten setzte sich jedoch nicht durch.

„Die Religion rechtfertigt nicht den Scheiterhaufen, der Vaterlandsbegriff rechtfertigt nicht den Massenmord, und die Wissenschaft entsündigt nicht die Tierfolter.“

– Bertha von Suttner: Schach der Qual (1898)[10]

Weil ihr Ehemann 1902 aufgrund einer schweren Krankheit reiseunfähig war, nahm Bertha von Suttner allein an einem Friedenskongress in Monaco teil, reiste dann jedoch mit ihrem Mann zur Erholung nach Böhmen. Am 10. Dezember 1902 starb Arthur Gundaccar von Suttner in Harmannsdorf. Daraufhin musste der Gutshof des Ehepaares Suttner wegen Überschuldung versteigert werden, und Bertha von Suttner zog zurück nach Wien, wo sie weiterhin publizierte (unter anderem auch in der deutschsprachigen ungarischen Zeitung Pester Lloyd). 1903 reiste sie erneut nach Monaco und nahm an der Eröffnung des „Institut International de la Paix“ teil, das Fürst Albert I. (1848–1922) gegründet hatte.

Bertha von Suttner gehörte im Juni 1904 zu den bedeutendsten Teilnehmerinnen der „Internationalen Frauenkonferenz“ des Internationalen Frauenrates in Berlin. Diese Konferenz endete mit einer Friedensdemonstration in der Philharmonie, wo Bertha von Suttner einen Vortrag hielt. Im selben Jahr bereiste sie die Vereinigten Staaten von Amerika. Anlass dazu war der Weltfriedenskongress in Boston (Massachusetts). Sie reiste von Stadt zu Stadt und hielt täglich bis zu drei Vorträge. Ihr Ruf war ihr schon vorausgeeilt, und so wurde sie in Washington DC zu einer Unterredung mit Präsident Theodore Roosevelt (1858–1919) ins Weiße Haus geladen. Die „Friedens-Bertha“, wie sie etwas abfällig in deutschnationalen Kreisen genannt wurde, kam begeistert aus den USA zurück. Ihre siebenmonatige Reise hatte einem Siegeszug geglichen, und es war deutlich geworden, dass die Friedensbewegung in den USA schon wesentlich fortgeschrittener war als in Europa. Überrascht war sie nach damaligen Zeitungs- und Zeitschriftenberichten (so die tschechische Ženský svět) von den allgemeinen Friedensaktivitäten und dem Friedensunterricht an amerikanischen Schulen.

Am 10. Dezember 1905 erhielt Bertha von Suttner den von ihr angeregten Friedensnobelpreis, den sie am 18. April 1906 in Kristiania entgegennahm. Obwohl Alfred Nobel schon vor der ersten Vergabe 1901, zu der er bereits verstorben war, an Bertha von Suttner als Preisträgerin gedacht hatte, wurde sie erst in dieser fünften Preisrunde bedacht.

Bei ihrer Rede an das Nobelpreiskomitee legte sie die drei Programmpunkte dar, die sie für die Überwindung von Konflikten zwischen Staaten ohne Gewalt entwickelt hatte:[11]

  1. Schiedsgerichtsverträge, um die Konflikte zwischen Staaten mit friedlichen Mitteln beizulegen
  2. eine Friedensunion aller Staaten, die jeden Angriff eines Staates gegen einen anderen mit gemeinschaftlicher Kraft zurückweisen müsse
  3. eine internationale Institution, die als ein Gerichtshof im Namen der Völker das Recht vertrete.

1907 war sie auch bei der zweiten Friedenskonferenz in Den Haag anwesend, die mehr als 1899 auf Regelungen des Kriegsrechts fokussiert war als auf die Frage einer stabilen Friedensordnung. In der Folge versuchte sie vermehrt über die Gefahren der internationalen Aufrüstung und die Interessen der Rüstungsindustrie zu informieren. 1908 machte sie mit einer sehr weitsichtigen und folgerichtigen Analyse auf die Gefahr eines internationalen Vernichtungskrieges aufmerksam:

„Wir sind im Besitze von so gewaltigen Vernichtungskräften, dass jeder von zwei Gegnern geführte Kampf nur Doppelselbstmord wäre. Wenn man mit einem Druck auf einen Knopf, auf jede beliebige Distanz hin, jede beliebige Menschen- oder Häusermasse pulverisieren kann, so weiß ich nicht, nach welchen taktischen und strategischen Regeln man mit solchen Mitteln noch ein Völkerduell austragen könnte.“


Anlässlich des ersten Bombenabwurfs aus einem Flugzeug im Jahr 1911 durch italienische Piloten warnte sie vor den Folgen einer offensichtlichen Industrialisierung in der Kriegsführung:

„Und mit jedem Tag wird der Krieg verbrecherischer. Denket an die aus Wolkenhöhen herabfallenden Sprengstoffbomben, die zum erstenmal in diesem Feldzug erprobt worden sind. ‚La prima Torpedine del cielo‘, jubelten die römischen, chauvinismustrunkenen Blätter… Auf ein Lager von 2000 ruhende Menschen und Tiere wurde von einem kühnen Leutnant (Gavotti ist sein Name) von einem ‚Etrich‘ herab eine Bombe geschleudert. Schreiend und rasend liefen die Nichtgetroffenen auseinander und auf die Fliehenden warf der ‚himmlische‘ Held noch seine übrigen Bomben. […] Nein, humanisieren läßt sich bei den heutigen und morgigen Kriegsmitteln (Fernlenkboot, Tod durch Taster usw.) der Krieg nicht mehr; vergebens ist es, ihn den Gesetzen der steigenden Kultur und der erwachenden Menschlichkeit anpassen zu wollen; nur zweierlei ist möglich: daß die Zivilisation den Krieg vernichtet, oder daß im Zukunftskrieg die Zivilisation zugrunde geht.“

– Bertha von Suttner: Artikel in der Zeitschrift Neues Frauenleben, XXIII. Jahrgang, Nr. 11 vom Dezember 1911[13]

Sie begab sich 1912 auf eine zweite Amerikareise, die sie als Vortragende von der Ostküste bis zur Westküste in über fünfzig Städte führte.

Am 21. Juni 1914, wenige Wochen vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs, vor dem sie wiederholt gewarnt hatte, erlag Bertha von Suttner einem Krebsleiden. Für den Herbst 1914 war der nächste Weltfriedenskongress vorgesehen. Er hätte in Wien stattfinden sollen. Alfred Hermann Fried überlieferte in seinem Nachruf ihre letzten Worte: „Die Waffen nieder! – – sag’s vielen – vielen.“[14]

Bertha von Suttner war Mitglied im österreichischen Verein „Die Flamme“, der die Feuerbestattung propagierte. Sie förderte den Bau des ersten deutschen Krematoriums in Gotha und verfügte testamentarisch, dass ihr Leichnam nach Gotha überführt und dort verbrannt werden solle. Die Urne mit ihrer Asche wird im Kolumbarium auf dem Hauptfriedhof Gotha aufbewahrt.[15]

Ihr Nachlass wird hauptsächlich in der Bibliothèque des Nations Unies in Genf aufbewahrt, einzelne Dokumente finden sich auch in den Missouri Historical Society Collections (St. Louis) und im Bundesarchiv Koblenz.[16] Teile des Nachlasses werden im Krahuletz-Museum in Eggenburg ausgestellt.[17] Die – durch einen Tagebucheintrag beglaubigte – einzig erhaltene Aufnahme ihrer Stimme von 1904 wird in der österreichischen Mediathek verwahrt.[18]

 



  • Quelle: *Quelle: Wikipedia